Zahnarzt Kassel

Mundgeruch - ein Tabuthema


Etwa jeder dritte Mensch leidet vorübergehend oder sogar dauerhaft an Mundgeruch (Halitosis). Vielen Betroffenen ist dies oftmals gar nicht bewusst. Denn das Typische am Mundgeruch ist, dass man ihn an sich selbst nicht bemerkt. Ein normal funktionierender Geruchssinn wird nämlich unempfindlich gegen Gerüche, denen er tagtäglich ausgesetzt wird. Selten wird einem Betroffenen offen gesagt, dass er Mundgeruch hat. Denn Mundgeruch ist gesellschaftlich ein Tabuthema, über das man normalerweise nicht spricht. Viele Betroffene nehmen die Halitosis deshalb erst dann wahr, wenn ihre Mitmenschen auf Distanz gehen oder sich von ihnen abwenden. Denn Mundgeruch ist ein äußerst sensibles und peinliches Thema, über das kaum offen gesprochen wird. Jedenfalls nicht mit dem Betroffenen selbst...

Um Betroffenen die Möglichkeit zu geben, sich über das Tabuthema Mundgeruch ausführlich und kompetent zu informieren, haben wir in unserer Praxis eine besondere Sprechstunde eingerichtet: Die "Mundgeruch-Sprechstunde".

Wie entsteht Mundgeruch?

Über 500 verschiedene Bakterienarten tummeln sich in der Mundhöhle. Denn hier finden die Bakterien genau das richtige Milieu für ihr Wachstum: Es ist schön warm und feucht und auch Essen gibt es im Überfluss. Sie siedeln sich bevorzugt in den schwer zugänglichen "Schlupfwinkeln" der Mundhöhle an: auf dem hinteren Teil der Zunge, zwischen den Zähnen im Zahnzwischenraum, in Zahnfleischtaschen und unter abstehenden Füllungsrändern. Gerade die Oberseite der Zunge mit ihren Falten, Rissen und Drüsen ist ein bevorzugter Bakterienherd, der allerdings auch gut behandelbar ist.

Grundsätzlich handelt es sich bei diesen Bakterien aber nicht um Schädlinge, sondern um wichtige Bestandteile der natürlichen Mundflora. Sie unterstützen die Verdauung, in dem sie Eiweiße aus der Nahrung vorverdauen. Beim Zersetzen der Speisereste produzieren sie jedoch auch gasförmige Säuren und Schwefelverbindungen. Diese freigesetzten Schwefelverbindungen führen dann zum üblen Mundgeruch. Eiweißhaltige Nahrungsmittel wie Milch oder Fisch und auch Säuren im Kaffee können die Geruchsproduktion noch verstärken.

Verstärkt wird die Mundgeruch verursachende Wirkung der Bakterien durch verminderten Speichelfluss, Mundatmung, Rauchen, Schnarchen, Dauerstress oder große Aufregung. Auch langes Reden, die ausgetrocknete Mundhöhle beim Aufwachen und Fastenperioden führen durch die Verminderung des Speichelflusses zu Mundgeruch.

Zahnärzte in Kassel

Was kann man gegen Mundgeruch tun?

Besonders wichtig ist die tägliche Entfernung der Beläge auf der Zunge mit speziellen Zungenreinigern oder Bürsten. Denn der Zungenbelag enthält Blutkomponenten und abgelöste Hautschuppen, die ein großes Reservoir an Nährsubstrat für die Fäulnisbakterien bilden.

Die Zahnzwischenräume sollten mit Zahnseide gesäubert werden. Aber Vorsicht: Unbedingt auf die richtige Anwendung achten, sonst gibt es möglicherweise Zahnfleischverletzungen!

Defekte Zahnfüllungen und überalterte, überstehende Kronen und Brücken müssen saniert werden.
Die regelmäßige professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt ist unbedingt notwendig. Hierbei werden all diejenigen Bakterien gezielt bekämpft, die die Betroffenen während ihrer häuslichen Pflege selbst nicht beseitigen können.

Spezielle Mundspüllösungen mit antibakteriellen Wirkstoffen wirken zu Beginn der Behandlung als unterstützende Maßnahme.

Das reichliche Trinken von Mineralwasser erhöht die notwendige Speichelbildung.
Zur Anregung des Speichelflusses kann zwischen den Mahlzeiten zuckerfreier Kaugummi gekaut werden.

Gesunde Ernährung mit einem hohen Anteil von harter Nahrung (z.B. Karotten, Äpfel und Vollkornbrot) reinigt die Zunge "ganz nebenbei".